Die Verantwortung eines Züchters

 

Die Verantwortung eines Züchters beginnt bereits bei der Auswahl der Zuchttiere. Diese sollten Gesund und Artgerecht gehalten werden. Danach ist er auch für die Kitten verantwortlich die in seiner Zucht zur Welt kommen und aufwachsen.

Ein Züchter darf nicht mit Tieren Züchten, die eine Genetischen Vorbelastung haben, wenn man damit rechnen muss, dass die Jungen erhebliche Defekte, Krankheiten oder andere gesundheitliche Beeinträchtigungen davon bekommen können.

Das Interesse an der Gesundheit und dem Wohlbefinden jeder Katze muss bei allen Züchtern und Besitzern an oberster Stelle stehen. Verantwortungsbewusste Zucht basiert auf genetischen Prinzipien. Verhütung von Krankheiten wie auch eine geeignete und liebevolle Umgebung muss vorhanden sein. In Bezug auf Gesundheit und Zucht von Katzen und Jungtieren müssen diesbezügliche Aufzeichnungen gemacht werden.

 

Alle Geburten sollten beaufsichtigt werden, da Probleme auftreten können. Kätzinnen, die bald werfen werden oder Jungtiere aufziehen, sollten einen separaten Raum dafür haben, an den sie sich zurückziehen können.

Jeder seriöse Züchter verkauft Tiere mit einem Vertrag

 

 

Im Kaufvertrag kann festgehalten werden, dass das gekaufte Tier über eine bestimmte Eigenschaft verfügt. Wie zum Beispiel, dass die Katze an Kinder gewöhnt ist, sich für Zucht eignet oder Ausstellungspreise gewonnen hat. Weist die Katze die zugesicherte Eigenschaft dann nicht auf, haftet der Verkäufer hierfür, und zwar unabhängig davon, ob der Wert oder die Tauglichkeit des Tieres dadurch vermindert ist. Nicht alle Aspekte des Tierkaufs müssen aber ausdrücklich vereinbart werden. Bestimmte Eigenschaften darf der Käufer aufgrund der Kaufumstände auch stillschweigend voraussetzen. So muss nicht speziell versprochen werden, dass die Katze gesund ist, weil der Käufer ohnehin Anspruch auf eine gesunde Katze hat. Wer eine Katze aus einer Rassezucht kauft, darf ebenfalls auch ohne explizite Bestätigung davon ausgehen, ein reinrassiges Tier mit anerkannten Papieren zu erwerben. Stellt der Käufer später fest, dass dem nicht so ist, bedeutet dies einen Mangel, und zwar auch dann, wenn der Züchter das Vorhandensein eines Stammbaumes nirgendwo ausdrücklich zugesichert hat. 

Auszug aus dem Gesetzbuch 1.9  «Mangelhaftes» Tier

 

Gemäss Obligationenrecht liegt ein Mangel dann vor, wenn er den Wert des Tiers oder seine Tauglichkeit zum vorausgesetzten «Gebrauch» aufhebt oder erheblich mindert (Art. 197 OR). Unbedeutende Mängel können nur gerügt werden, wenn der Verkäufer deren Vorhandensein zugesichert hat. Ebenso wenig haftet der Verkäufer für Mängel, welche dem Käufer im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bekannt waren oder bei Anwendung der nach den Umständen gebotenen Aufmerksamkeit erkennbar gewesen wären (Art. 200 OR). 

 

 

Beispiel: Eine stammbaumlose Katze, welche vom Verkäufer als reinrassige Katze mit Stammbaum verkauft wird, gilt selbst dann als mangelhaft, wenn der Käufer sie nicht eigens zu Zuchtzwecken gekauft hat. Im Fall eines Zahnschadens kann dann von einem rechtlich erheblichen Mangel gesprochen werden, wenn das Tier in der Folge verschiedene tierärztliche Behandlungen über längere Zeit über sich ergehen lassen muss. 

1.11  «Zweijährige Verjährungsfrist für die Geltendmachung von Sachmängeln»

 

Die rechtzeitige Mängelrüge ist unabdingbare Voraussetzung für die Ausübung des Sachgewährleistungsanspruchs («Garantie») gemäss Art. 197ff. OR. Innerhalb dieser zweijährigen Frist, die mit der Übergabe des Tieres an den Käufer zu laufen beginnt, kann dieser eine Klage wegen Mängeln an der Kaufsache gegenüber dem Verkäufer einreichen. Die Mängel sind nach Entdeckung dem Verkäufer unverzüglich anzuzeigen (Art. 201 Abs. 1 OR). Auch bei versteckten Mängeln, welche erst später entstehen oder erkennbar werden, muss der Käufer den Mangel sofort nach Entdeckung beim Verkäufer rügen, optimaler Weise unter Beilage eines tierärztlichen Zeugnisses und mit eingeschriebener Post. Der Käufer kann die zweijährige Gewährleistungsfrist mittels Klage oder durch Einleitung der Betreibung unterbrechen. Für Mängel, die der Käufer erst nach zwei Jahren entdeckt, haftet der Verkäufer nur, wenn er die Haftung ausdrücklich für eine längere Zeit übernommen hat, oder wenn der Verkäufer den Erwerber absichtlich getäuscht hat (Art. 210 Abs. 3 OR)

 

 

Somit kann ein Züchter bis zu 2 Jahren nach dem Verkaufsabschluss, rechtlich zur Verantwortung gezogen werden. 


! Wichtig: Für die Gesundheit gibt es wie bei Menschen jedoch keine Garantie. Eine Katze kann trotz allem an einer Krankheit erkranken an der der Züchter keine Schuld trägt!